Heuschnupfen

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Mit dem ersten Grün kommen auch die Heuschnupfenbeschwerden.
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Heuschnupfen ist eine sehr häufig auftretende Allergie gegen Pollen von Gräsern, Bäumen und Blüten. Hier erfahren Sie mehr über die typischen Beschwerden bei allergischem Schnupfen.

Die Bezeichnung Heuschnupfen lässt vermuten, dass die Symptome nur im Frühling und Sommer auftreten und sich auf die Nase beschränken. Dies ist aber meistens nicht der Fall. Zu den typischen Beschwerden wie Niesen, Juckreiz in der Nase und im Rachen, laufende oder auch verstopfte Nase kommen häufig noch Juckreiz und Rötung im Bereich der Augen und Tränenfluss. Die Augen-Symptome werden auch unter dem Begriff allergische Bindehautentzündung (allergische Konjunktivitis) zusammengefasst.

Während bei einem Erkältungs-Schnupfen das Nasensekret eher schleimig bis eitrig ist, hat es bei Heuschnupfen eine wasserklare, dünnflüssige Beschaffenheit. Die Niesanfälle sind heftig und zum Teil lang andauernd (bis zu zehn- bis 15-mal hintereinander).

Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Heuschnupfen-Allergiker verspüren nur über wenige Wochen - etwa nur in der Haupt-Flugzeit der Gräser-Pollen im Juni und Juli - mäßige Beschwerden, bei anderen sind die Symptome stärker ausgeprägt. Häufig ist zusätzlich das Allgemeinbefinden der Betroffenen mehr oder weniger stark beeinträchtigt: Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit führen zu einem Verlust an Lebensqualität.

Heuschnupfen-Symptome

  • Niesen
  • Juckreiz in der Nase und im Rachen
  • laufende und/oder verstopfte Nase
  • Juckreiz/Rötung der Augen
  • Tränenfluss
  • Wasserklares, dünnflüssiges Nasensekret
  • Heftige Niesanfälle
  • Erschöpfung, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen

In einigen Fällen (etwa bei ein bis zwei von zehn Heuschnupfen-Patienten) kommt es zu einem so genannten Etagenwechsel. Dabei verlagern sich die Symptome in die tieferen Atemwege und aus dem Heuschnupfen entwickelt sich ein allergisches Asthma, wenn nicht rechtzeitig eine ärztliche Behandlung erfolgt.

Saison dauert von Januar bis Oktober

Die Heuschnupfen-Saison beginnt bereits im Januar mit den ersten Haselnuss- und Erlenpollen und endet meist im September oder Oktober.

Heuschnupfen im Herbst durch Beifuß-Ambrosie

In den vergangenen Jahren hat sich – bedingt durch den internationalen Warenhandel - in Europa eine Pflanze angesiedelt, die eigentlich im Nordosten der USA und in Kanada heimisch ist. Es handelt sich dabei um die Beifuß-Ambrosie (wissenschaftlicher Name: Ambrosia artemisiifolia L.), die auch als Beifußblättriges Traubenkraut und in Amerika als ragweed bezeichnet wird.

Da sich die Blüten der Ambrosia-Pflanze erst im Zeitraum von Anfang August bis zum ersten Frost öffnen, kann durch sie die Heuschnupfen-Saison je nach Wetterlage bis in den Dezember hinein verlängert werden. Ambrosia-Pollen haben ein hohes Allergie auslösendes Potenzial. Bei sehr empfindlichen Personen können nicht nur sehr starke Heuschnupfen-Symptome bis hin zu asthmatischen Beschwerden, sondern bei Berührung der Pflanze auch Hautausschläge auftreten, da die Blätter und Stängel hautreizende Substanzen enthalten.

Behandlung des Heuschnupfens

Die Behandlung des Heuschnupfens ruht auf drei Säulen: der Allergen-Vermeidung (Allergenkarenz), der Linderung leichter bis mittelschwerer Symptome mit rezeptfreien Medikamenten und der ärztlichen Therapie mit rezeptpflichtigen Medikamenten oder einer Hyposensibilisierung.

Heuschnupfen Behandlung ruht auf drei Säulen

Heuschnupfen-Behandlung
Allergene vermeiden (Hausmittel):Vermeidung der Allergieauslösenden Substanzen Symptome lindern (Apotheke):Rezept-freie Medikamente zur Linderung der Symptome Ärztliche Therapie (Arzt):Rezeptpflichtige Medikamente, Hypo-sensibilisierung

Ärztliche Therapie bei schwerer Symptomatik

Lassen sich die Heuschnupfen-Beschwerden durch Allergen-Vermeidung, Hausmittel und rezeptfreie Medikamente nicht zufriedenstellend lindern, muss der Arzt stärker wirksame, rezeptpflichtige Präparate verordnen. Dabei handelt es sich meist um Kortison-haltige Nasensprays oder Tabletten bzw. Antihistaminika in Tablettenform.

Allergie-Impfung kann nur der Arzt durchführen

Hat der Arzt durch einen Allergietest die problematischen Pollen identifiziert, kann er eine so genannte „Allergie-Impfung“ veranlassen. Der medizinische Fachausdruck dafür ist Spezifische Immuntherapie (SIT) oder Hyposensibilisierung. Es handelt sich dabei – neben der Allergen-Vermeidung - um die einzige Möglichkeit, gegen die Ursachen eines Heuschnupfens vorzugehen. Auch bei anderen Allergiearten (z.B. einer Insektengift-Allergie) ist eine Hyposensibilisierung möglich. Die Erfolgsquote dieser Behandlungsmethode schwankt je nach Allergieart. Bei einer Pollenallergie kann in 80 bis 90 Prozent der Fälle eine deutliche Besserung der Symptome bis hin zur Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Die Hyposensibilisierung wird meist über einen längeren Zeitraum (zwischen zwei und fünf Jahren) oder auch als Kurzzeittherapie wenige Wochen vor Beginn der Pollen-Saison durchgeführt. Der Arzt verabreicht dabei steigende Dosen der Allergie-auslösenden Substanzen, entweder als Injektion (unter die Haut) oder in Tropfen- bzw. Tablettenform (sublinguale Therapie). Durch die regelmäßige Gabe kommt es im Körper zu einem Gewöhnungseffekt. Bei erfolgreicher Behandlung treten die Heuschnupfen-Symptome danach nur noch schwach oder gar nicht mehr auf.

Ursachen des Heuschnupfens

Die Ursache des Heuschnupfens ist eine Überreaktion des Immunsystems. Die Pollen verursachen bei empfindlichen Menschen (Allergikern) in den Schleimhäuten zunächst eine Entzündungsreaktion. Daraufhin werden körpereigene Substanzen (z.B. Histamin) freigesetzt, die an bestimmte Strukturen in den Organen (Rezeptoren) andocken und dadurch die typischen Symptome hervorrufen. Der menschliche Körper versucht damit auf verschiedene Weise (z.B. durch Niesen, Tränenfluss), sich der für ihn schädlichen Stoffe wieder zu entledigen.

Wie bei anderen Allergien vermutet man auch beim Heuschnupfen, dass Erbfaktoren eine Rolle spielen. Allerdings wird nicht die Erkrankung selbst, sondern nur die allergische Veranlagung (Disposition) vererbt.

Starke Zunahme von Allergien in hochentwickelten Ländern

Die starke Zunahme von Allergien in den hochentwickelten Industrieländern versucht man unter anderem mit der stärkeren Luftverschmutzung oder auch mithilfe der „Hygiene-Theorie“ zu erklären. Diese besagt, dass sich das kindliche Immunsystem eigentlich frühzeitig mit Krankheitserregern und Schmutz auseinandersetzen sollte, um die Abwehrkräfte zu trainieren. Wachsen Kinder in Städten in keimarmen Wohnungen statt in ländlichen Gebieten mit ungünstigeren hygienischen Bedingungen auf, so besteht diese Trainingsmöglichkeit nicht. Das Immunsystem sucht sich daraufhin andere „Gegner“ und reagiert übermäßig auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen oder auch Nahrungsmittel. Verschiedene Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass Stadtkinder häufiger unter Allergien leiden als Kinder aus ländlichen Regionen.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 28. April 2014

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