Blähungen

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Magen-Darm Probleme wie Blähungen sind weit verbreitet.
(c) Stockbyte

Unter Blähungen versteht man eine übermäßige Ansammlung von Luft oder Gasen im Verdauungstrakt. Sie können mit rezeptfreien Medikamenten behandelt werden.

Der primäre Weg auf dem die Luft den Körper wieder verlässt ist das Abatmen. Über die Darmwand gelangen die Gase ins Blut und schließlich in die Lungen, wo sie den Körper wieder mit der Atemluft verlassen. Wird die Menge der Gase im Darm zu groß, bilden sich größere Gasblässchen, die nicht mehr abgeatmet werden können. Es kommt zur Schaumbildung. Für die im Bauchraum gesammelten Gase so angesammelten Gasbläßchen gibt es zwei Wege, aus dem Körper zu entweichen: „nach oben“ durch Aufstoßen („Rülpsen“) oder „nach unten“ durch Windabgang (medizinisch: Flatulenz). Die übermäßige Luft im Bauch kann weitere Beschwerden auslösen. Hierzu zählen:

  • Völlegefühl und Druckschmerz in Magen und Darm
  • aufgeblähter Bauch
  • Übelkeit
  • Darmgeräusche

Der Leidensdruck bei Blähungen kann unterschiedlich stark sein. Besonders ausgeprägt ist er dann, wenn die Blähungen mit starken Schmerzen einhergehen. Bei Betroffenen, die aufgrund ihres Berufes in der Öffentlichkeit stehen oder die in ihrem beruflichen Alltag regelmäßig an Besprechungen teilnehmen oder häufige Kundenkontakte pflegen, können Blähungen zusätzlich ein starkes Schamgefühl hervorrufen. Aber auch im privaten Umfeld können Blähungen ein belastendes Problem sein. Manchmal bedürfen Blähungen einer Behandlung.

Behandlung von Blähungen

Harmlos und leicht zu behandeln sind Blähungen vor allem dann, wenn sie aufgrund blähender Nahrungsmittel oder einer hastigen Mahlzeit entstanden sind. Sind die Auslöser der Blähungen bekannt, können Betroffene leicht vorbeugende Maßnahmen ergreifen und die Auslöser meiden. Weiterhin können leichte, vorübergehende Blähungen mit rezeptfreien Medikamenten in Eigenregie behandelt werden. Diese Medikamente wirken entschäumend, krampflösend oder verdauungsfördernd und sind als Tropfen, Tabletten oder Kapseln erhältlich. Treten allerdings zusätzlich zu den Blähungen noch weitere Symptome wie z.B. starke Schmerzen, Verstopfung oder Durchfälle auf, muss ein Arzt aufgesucht werden, um gegebenenfalls eine schwere Erkrankung auszuschließen.

Was Sie sonst noch tun können

  • Die Auslöser der Beschwerden herausfinden und dazu ein Tagebuch führen, in dem alle verzehrten Lebensmittel, aber auch Stress, eine Reise oder wenig Schlaf eintragen werden.
  • Frisch zubereitete leichte Speisen bevorzugen: Fettsparende Garmethoden für Gemüse, Fleisch und Fisch sind Grill, Bratschlauch und Römertopf.

Wann zum Arzt

Hinweise auf ernste Magen-Darm-Erkrankungen sind häufiges Erbrechen, Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber und übel riechender, voluminöser Stuhl.

Hinweise auf ernste Magen-Darm-Erkrankungen sind häufiges Erbrechen, Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber und übel riechender, voluminöser Stuhl.

Ursachen von Blähungen

Blähungen bei Erwachsenen

Blähungen durch Nahrungsmittel Blähungen sind harmlos und vorübergehend, wenn sie als Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel oder Essgewohnheiten auftreten. Zu diesen Gewohnheiten zählen vor allem:

  • hastiges Essen und Trinken, verbunden mit Luftschlucken (Aerophagie)
  • übermäßiger Konsum kohlensäurehaltiger Getränke
  • unausgewogene und fettreiche Ernährungsweise (Fast Food, Fertiggerichte)
  • reichlicher Verzehr blähender Nahrungsmittel (z.B. Hülsenfrüchte, Zwiebeln)
  • reichliche Verwendung von Süßstoff (z.B. Sorbit, Mannit)

Blähungen als Nebenwirkung von Medikamenten Auch einige Medikamente (z.B. Antibiotika, Medikamente in der Diabetes-Behandlung) können als Nebenwirkung Blähungen hervorrufen. Ist die Behandlung kurzzeitig, so verschwinden die Beschwerden bald nach Absetzen des Medikaments wieder. Wichtig ist es auch bei dauerhafter Behandlung die Medikamente nicht abzusetzen sondern die als Nebenwirkung auftretenden Blähungen mit Hilfe rezeptfreier Medikamente zu behandeln.

Medikamenten-Gruppe Wirkstoffe (Beispiel)
Mittel gegen Infektionen Penicilline, Sulfonamide
Mittel zur Diabetesbehandlung Acarbose
Mittel gegen Übergewicht Orlistat
Mittel gegen Entzündungen und Rheuma Diclofenac

 

Blähungen aufgrund von Unverträglichkeiten oder AllergienManchen Menschen vertragen bestimmte Nahrungsmittel wie z.B. Milch schlechter als andere, weil ihnen bestimmte Enzyme (z.B. das Enzym Laktase) fehlen. Diese Nahrungsmittel werden dadurch unzureichend abgebaut. Etwa eine Stunde nach dem Verzehr kann es zu Blähungen oder sogar kommen. Beispiele für derartige Unverträglichkeiten sind:

  • Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz): Unverträglichkeit von Milch; Joghurt und Käse werden meist gut vertragen
  • Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Fruktose-Intoleranz) : Blähungen treten nach dem Verzehr von süßem Obst (z.B. Birnen) oder Fruchtsäften auf
  • Zöliakie/Sprue (Gluten-Unverträglichkeit): Unverträglichkeit von Eiweißen (z.B. Gluten) in einheimischen Getreidearten (z.B. Weizen, Gerste, Dinkel)

Reizmagen: Beschwerden ohne Grund

Blähungen, Völlegefühl und andere dyspeptische Beschwerden sind unter den Bewohnern der Industrienationen weit verbreitet. Viele der Betroffenen leiden sogar bei normaler Nahrungsaufnahme darunter und das meistens ohne feststellbare organische Ursache. Warum das so ist und warum mehr und mehr Menschen das Problem "Reizmagen" (auch funktionelle Dyspepsie genannt) haben, bleibt bisher ungeklärt.

Blähungen, Völlegefühl und andere dyspeptische Beschwerden sind unter den Bewohnern der Industrienationen weit verbreitet. Viele der Betroffenen leiden sogar bei normaler Nahrungsaufnahme darunter und das meistens ohne feststellbare organische Ursache. Warum das so ist und warum mehr und mehr Menschen das Problem "Reizmagen" (auch funktionelle Dyspepsie genannt) haben, bleibt bisher ungeklärt.

Blähungen bei Säuglingen

Viele Säuglinge leiden in den ersten drei Lebensmonaten unter Blähungen, der so genannten „Dreimonatskolik“. Der Verdauungstrakt ist in dieser Lebensphase noch unreif. Hinzu kommt häufig, dass die Kleinen viel Luft beim Trinken schlucken. Durch den Kontakt von Luft und Milch im Babybauch bildet sich ein zäher, feinblasiger Schaum. Die Gasblasen wandern in den Darm, wo sie auf die Darmwand drücken und Schmerzen verursachen. Diese Bauchschmerzen gehen nicht selten mit heftigen, Stunden anhaltenden Schreiattacken einher. Das ist , für die Eltern sehr beunruhigend.

Wissenswertes

Im Verdauungstrakt werden im Laufe eines Tages etwa 14 Liter Gase gebildet, vor allem Kohlendioxid, das im Darm bei der Neutralisation des sauren Magensaftes entsteht. Die Gase werden unentwegt aus dem Darm abtransportiert, wobei der Hauptanteil davon in das Blut übergeht und über die Lungen abgeatmet wird. 99 Prozent der Gase sind geruchlos.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 30. April 2014
Quellen: Rote Liste online (www.rote-liste.de) Bruhn/Frey/Wagner: Das Kind in der Apotheke. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2006) Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart Springer Professional Medicine

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