Durchblutungsstörungen

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Durchblutungsstörungen: Das Risiko erhöht sich mit dem Alter.
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Durchblutungstörungen treten häufig in den Beinen, am Herzen und im Gehirn auf. Bei der Behandlung von Durchblutungsstörung ist zwischen akuten und länger bestehenden Beschwerden zu unterscheiden.

Je nachdem, welche Arterien von den Veränderungen betroffen sind, können die Durchblutungsstörungen in verschiedenen Organen oder Körperteilen auftreten:

  • am Herzen
  • im Gehirn
  • in den Beinen (seltener in den Armen).

Typisch für alle Arten von Durchblutungsstörungen ist, dass sie im Anfangsstadium keine Beschwerden verursachen. Sie machen sich erst dann bemerkbar, wenn der Blutfluß bereits stärker beeinträchtigt ist.

Durchblutungsstörungen am Herzen

Durchblutungsstörungen am Herzen machen sich durch Schmerzen und ein Enge-Gefühl im Brustkorb (Angina pectoris) bemerkbar. Die Schmerzen können auch in Richtung Arme oder Magen ausstrahlen und mit dem Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können verbunden sein. Bei leichten Durchblutungsstörungen am Herzen machen sich diese Beschwerden nur bei körperlicher Anstrengung (z.B. Laufen, Treppensteigen) bemerkbar und verschwinden im Sitzen oder Liegen. Bei stärker ausgeprägten Durchblutungsstörungen treten die Symptome auch schon bei normaler Belastung auf.

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Durchblutungsstörungen am Herzen können zu einem Herzinfarkt führen.

Durchblutungsstörungen im Gehirn

Wenn das Gehirn oder Teile davon nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, können folgende Beschwerden auftreten:

  • vorübergehendes Taubheitsgefühl in einem Arm oder Bein
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • plötzliches Herabhängen eines Mundwinkels
  • Sehstörungen (meist einseitig)
  • Schwindel
  • Stimmungsschwankungen (Reizbarkeit)
  • Ohrgeräusche
  • Gedächtnis-Störungen (z.B. Vergeßlichkeit)
  • Verwirrtheit
  • Orientierungslosigkeit

Im schlimmsten Fall kann eine Durchblutungsstörung im Gehirn zu einem Schlaganfall führen.

Durchblutungsstörungen in den Beinen

Durchblutungsstörungen in den Beinen sind an folgenden Beschwerden zu erkennen:

  • Kribbeln, Taubheitsgefühl und Schmerzen im Gesäß und den Oberschenkeln
  • Schmerzen in den Waden, vor allem beim Gehen und Treppensteigen
  • Kältegefühl in den Füßen
  • Schlafstörungen aufgrund von Schmerzen
  • Absterben von Gewebe in den Beinen, was an Hautverfärbungen bis hin zu offenen Stellen erkennbar ist.

Die Beschwerden beim Gehen können so stark sein, dass die Betroffenen gezwungen sind, zwischendurch stehen zu bleiben, damit sie nachlassen. Dies wird daher auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet. Mit fortschreitender Erkrankung verkürzt sich die schmerzfreie Gehstrecke immer mehr, bis die Schmerzen auch in Ruhe auftreten.

Behandlung von Durchblutungsstörungen

Bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen ist zu unterscheiden zwischen:

  • akuten Beschwerden, die einen medizinischen Notfall darstellen und im Krankenhaus behandelt werden müssen und
  • länger bestehende Beschwerden, die durch Umstellung der Lebensgewohnheiten, durch rezeptfreie Medikamente oder ärztliche Maßnahmen behandelt werden.

Behandlung akuter Durchblutungsstörungen

Akute Durchblutungsstörungen, die einen medizinischen Notfall darstellen, sind vor allem:

  • ein Schlaganfall aufgrund einer Durchblutungsstörung im Gehirn
  • ein Herzinfarkt aufgrund einer Durchblutungsstörung in einem Herzkranzgefäß
  • ein akuter Verschluss einer Beinarterie, die im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass das betroffene Bein amputiert werden muss

Diese Durchblutungsstörungen müssen schnellstmöglich behandelt werden, um eine weitere Verschlechterung der Mangelversorgung des Gewebes zu verhindern. Dazu werden nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren (z.B. Bypass-Operation nach einem Herzinfarkt) und Medikamente (z.B. Infusion eines Medikamentes nach einem Schlaganfall) angewendet.

Behandlung länger bestehender Durchblutungsstörungen

Treten infolge einer Durchblutungsstörung Beschwerden auf so ist das ein Hinweis darauf, dass diese Durchblutungsstörung bereits seit längerer Zeit besteht. Daher muss neben Maßnahmen zur kurzfristigen Linderung der Beschwerden (z.B. Schmerzmittel) eine Strategie entwickelt werden, um die weitere Verschlechterung des Durchblutungszustandes des betroffenen Gewebes zu verhindern. Dazu können verschiedene medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen angewendet werden. Zu diesen Maßnahmen zählen vor allem:

  • Veränderungen des Lebensstils (vor allem hinsichtlich Ernährung und Bewegung)
  • Ausschalten von Risikofaktoren (vor allem Rauchen)
  • ärztliche Behandlung von Erkrankungen, die Durchblutungsstörungen verschlimmern (z.B. Fettstoffwechselstörungen, Diabetes)
  • Langzeitbehandlung mit rezeptpflichtigen Medikamenten, die die Durchblutung fördern

Ursachen für Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen können viele verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten sind:

  • Verengung oder Verschluss von Arterien infolge von Ablagerungen (Arteriosklerose), Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) oder Herantransport eines Blutgerinnsels aus einem anderen Teil des Körpers (Embolie)
  • zu niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie)
  • Entzündungen in den Arterien
  • plötzlich auftretende Blutung (z.B. Hirnblutung)
  • Krämpfe in der Muskulatur der Blutgefäße (Gefäßspasmen)

Zahlreiche Risikofaktoren können das Auftreten von Arteriosklerose, Entzündungen und Krämpfen in den Gefäßen begünstigen: Dazu zählen:

  • Übergewicht
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Bewegungsmangel
  • hoher Blutdruck
  • Diabetes
  • Rauchen

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 24. April 2014

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