Scheidenpilz

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Meistens gut behandelbar: Scheidenpilz.
Getty Images/Wavebreak Media

Scheidenpilz (medizinisch Vaginalmykose oder Candidose) ist eine relativ harmlose und gut behandelbare Infektion im Scheidenbereich, von der Schätzungen zufolge jede Frau mindestens einmal im Leben betroffen ist.

Das normale, gesunde Scheidensekret ist eine weißlich-zähe bis dünnflüssig-klare Flüssigkeit mit leicht säuerlichem Geruch. Bei einer Infektion im Gebärmutterhals oder in der Scheide mit Pilzen beispielsweise verändert sich sein Aussehen und oft auch sein Geruch auf charakteristische Weise. Für eine Pilzinfektion der Vagina sind folgende Symptome typisch:

  • Juckreiz oder Brennen im Scheidenbereich
  • geröteter und geschwollener äußerer Genitalbereich
  • gelblich-krümelige, "Quark-ähnliche" Absonderungen aus der Scheide
  • weißliche Beläge im Bereich der Schamlippen und der Klitoris
  • meist unauffälliger Geruch

Dagegen äußern sich Infektionen der Scheide mit anderen Mikroorganismen wie Bakterien häufig mit deutlich anderen Symptomen, beispielsweise mit dünnflüssigem Ausfluss und unangenehmem Geruch.

Behandlung von Scheidenpilz

Ein Vaginalpilz kann entweder durch Anwendung von Vaginaltabletten/ -zäpfchen oder Vaginalcreme im Scheidenbereich (Lokaltherapie) oder mit Tabletten zum Einnehmen behandelt werden.

Sind die Beschwerden eindeutig, wird zunächst eine Lokaltherapie empfohlen. Sie kann auch in Eigenregie durchgeführt werden (siehe rezeptfreie Medikamente). In einigen Fällen, etwa wenn die Beschwerden nicht eindeutig sind oder nach einer Lokaltherapie nicht verschwinden, wird der Arzt stärker wirksame rezeptpflichtige Medikamente gegen Scheidenpilz zur örtlichen Anwendung oder zum Einnehmen verordnen.

Wie wirkt die Lokaltherapie mit rezeptfreien Medikamenten

Im Vaginalbereich örtlich anzuwendende rezeptfreie Medikamente wirken auf folgende Weise:

  • Sie greifen den Scheidenpilz direkt an und töten ihn ab (Antimykotika, desinfizierende Substanzen).
  • Sie schaffen einen sauren pH-Wert und unterstützen dadurch die Bildung eines normalen Milieus in der Scheide. Diese Substanzen eignen sich entweder zur vorbeugenden Anwendung bei gehäuften Infektionen oder im Anschluss an eine Behandlung mit anderen Medikameten gegen Vaginalpilz.

Die Behandlungsdauer einer Lokaltherapie bei Scheidenpilz mit rezeptfreien Medikamenten beträgt

  • bei Antimykotika ein oder drei Tage,
  • bei desinfizierenden Substanzen bis zu zehn Tagen.

Scheidenpilz-Behandlung nach ärztlicher Verordnung

Ist die Behandlung nicht erfolgreich, kann der Arzt eine länger dauernde Lokaltherapie (6-Tage-Behandlung) verordnen. Außerdem ist eine Therapie gegen den Vaginalpilz mit Tabletten zum Einnehmen möglich. Diese dauert meist nur wenige Tage. Oft genügt sogar die einmalige Einnahme einer Kapsel mit einer pilzabtötenden Substanz.

Ursachen von Scheidenpilz

Verschiedene Bakterien und Pilze gehören zum normalen Scheidenmilieu und rufen normalerweise keine Beschwerden hervor. Zu einer Vaginalpilz-Infektion kommt es, wenn zusätzlich von außen Pilze in die Scheide gelangen oder die dort bereits vorhandenen sich übermäßig vermehren, sodass das natürliche Scheidenmilieu gestört wird.

Folgende äußere oder innere Faktoren können zur Störung des natürlichen Gleichgewichts im Vaginalbereich beitragen:

Innere Faktoren:

  • erbliche Veranlagung
  • kleine Verletzungen im Genitalbereich
  • Behandlung einer Infektion oder Entzündung im Körper mit Antibiotika
  • dauerhafte Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, etwa bei Rheuma oder nach einer Organtransplantation
  • innere Erkrankung wie Diabetes mellitus
  • geschwächte körpereigene Abwehr
  • Verhütung mit der "Pille" oder anderen hormonhaltigen Verhütungsmitteln wie Hormonspirale oder Hormonstäbchen
  • Mangel an Feuchtigkeit in der Scheide, etwa infolge der Abnahme der körpereigenen Hormonproduktion in den Wechseljahren

Äußere Faktoren, die Scheidenpilz begünstigen:

  • häufige Waschungen und Spülungen des Intimbereiches
  • Tragen eng anliegender und/oder synthetischer Kleidung
  • Übertragung von Keimen beim Geschlechtsverkehr
  • Empfindlichkeit infolge einer Anwendung von Gleitmitteln, Scheidenzäpfchen, Diaphragma-Gelen oder beschichteten Kondomen
  • erfolglose Behandlung einer vorangegangenen Vaginalpilz-Infektion

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 06. Dezember 2013
Quellen: Leitlinie Vulvovaginalkandidose, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/004, www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation. Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart, 3. Auflage (2007) Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002/2003)

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