Allergen meiden und andere Therapien

Lebensmittelallergie: Hausmittel und Selbsthilfe

Die Therapie einer Lebensmittelallergie besteht in erster Linie darin, das allergieauslösende Nahrungsmittel zu meiden. Es kommt allerdings darauf an, wie schwer die Symptome sind.

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Vorsicht bei Eis in der Waffel: Die Kelle könnte zum Beispiel noch Spuren von Nusseis enthalten.
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So lange die betreffenden Nahrungsmittel gut vertragen werden, sind alle Lebensmittel erlaubt – selbst wenn Haut- und Bluttests positiv sind. Das gilt zum Beispiel für Pollenallergiker, die gleichzeitig auf Stein- oder Kernobst mit leichten Symptomen reagieren,  etwa Juckreiz auf der Zunge oder im Rachen.

Im Fall bedrohlicher Allergiesymptome – dazu zählen starke Atemnot, Kreislaufbeschwerden oder Anschwellen der Kehlkopfschleimhaut – sollten Sie jedoch konsequent auf das betreffende Nahrungsmittel verzichten. Besonders häufig treten solche Beschwerden bei stark allergen wirkenden Lebensmitteln wie Nüssen, Erdnüssen, Fisch, Milch, Sellerie, Soja und Sesam auf.

Speziell bei einer Reaktion auf häufig konsumierte oder mehrere Lebensmittel gleichzeitig ist es nicht einfach, sich trotz des Verzichts abwechslungsreich zu ernähren und Mangelerscheinungen zu vermeiden. Angesichts der Vielzahl von industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln ist es manchmal nicht sofort zu erkennen, ob das betreffende Allergen im Produkt enthalten ist. Allergene wie Milch, Eier und Soja verstecken sich oft in Produkten, in denen sie der Käufer nicht vermutet, etwa Fertiggerichten oder Kuchen. Studieren Sie daher die auf der Packung angegebenen Inhaltsstoffe genau.

Schwere Lebensmittelallergie: Vorsicht in der Gastronomie

Trotzdem können Sie sich nicht immer absolut sicher sein, dass alle Zutaten auch wirklich auf der Verpackung genannt sind. Auswärts zu essen, birgt ebenfalls ein gewisses Risiko. Im Restaurant kann es zum Beispiel überlebenswichtig sein, genau nachzufragen, ob der Pizzateig Eier enthält. Ähnliche Fallen lauern in Imbissbuden oder Eisdielen. So können die Pommes Frites Spuren von Fisch enthalten, wenn das Fett vorher zum Braten von Fischfrikadellen benutzt wurde. Und an der Eiskelle können Rückstände von Nusseis haften.

Ist der Verzehr des allergen wirkenden Lebensmittels nicht zu vermeiden, können Sie eine orale Toleranzinduktion vornehmen lassen. Hier werden unter ärztlicher Aufsicht täglich kleine Mengen des betreffenden Nahrungsmittels verabreicht, um einen Gewöhnungseffekt zu erzielen. Bei einer Kreuzallergie gegen Äpfel können unter die Haut gespritzte oder unter die Zunge eingebrachte Extrakte aus Baumpollen helfen (subkutane oder sublinguale Immuntherapie).

Rotwein, Hefe und Käse verstärken die Allergie

Das Kochen, Braten, Backen oder Rösten von Nüssen, Sellerie und tierischen Allergenen hilft leider in vielen Fällen nicht gegen die Symptome. Die meisten Allergene bleiben trotz der Hitze stabil und können zum Teil starke Beschwerden auslösen. Käse, Spinat, Hefe und Rotwein sollten Sie aber in jedem Fall weitgehend meiden: Diese Nahrungsmittel enthalten viel Histamin und können eine allergische Reaktion verstärken. Leiden Sie unter einer Hühnereiweißallergie, sollten Sie sich vor Impfungen vergewissern, dass die Züchtung des Impfstoffs nicht auf Hühnereiern erfolgte.