Von Antihistaminika bis Kortison

Lebensmittelallergie: Medikamente

Die beste Therapie einer Lebensmittelallergie besteht darin, das betreffende Nahrungsmittel zu meiden. Doch selbst bei größter Sorgfalt kann es immer wieder vorkommen, dass Allergene in versteckter Form aufgenommen werden. Zur Behandlung allergischer Reaktionen empfiehlt sich dann die Einnahme von H1-Antihistaminika.

Spritze
Ein Notfall-Set gegen einen allergischen Schock sollten gefährdete Personen immer dabei haben.
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Die beste Therapie einer Lebensmittelallergie besteht darin, das betreffende Nahrungsmittel zu meiden. Doch selbst bei größter Sorgfalt kann es immer wieder vorkommen, dass Allergene in versteckter Form aufgenommen werden.

Behandlung allergischer Reaktionen mit H1-Antihistaminika

H1-Antihistaminika schwächen die Wirkung des Gewebshormons und Allergieauslösers Histamin ab. So helfen die Wirkstoffe gegen Hautrötungen, Juckreiz und allergischen Schnupfen. Sie sind rezeptfrei in Form von Augen- und Nasentropfen, Hautsalben sowie in Tablettenform erhältlich. Auch einige Grippemittel und Medikamente gegen Reiseübelkeit enthalten H1-Antihistaminika.

Der Vorteil von Sprays und Tropfen: Sie helfen bereits nach 15 bis 30 Minuten und zwar direkt dort, wo sich die Beschwerden äußern und zwar auf der Bindehaut sowie in der Nasenschleimhaut. Dabei geht der Wirkstoff (je nach Präparat Doxylamin, Diphenhydramin, Dimenhydrinat oder Promethazin) kaum in den Blutkreislauf über.

Mastzellstabilisatoren verhindern Ausschüttung von Histamin

Eine allergievorbeugende Wirkung können Sie unter Umständen mit Mastzellstabilisatoren wie Nedocromil und Cromoglicinsäure erzielen. Diese Wirkstoffe verhindern, dass der Körper den Allergieauslöser Histamin freisetzt, der in den Mastzellen gespeichert ist. Nedocromil und Cromoglicinsäure können Sie auch über lange Zeiträume einnehmen. Bei einer Überdosierung scheidet der Körper die Wirkstoffe einfach aus.

Bei Ekzemen sollten Sie Ihre Haut mit den Inhaltsstoffen Dexpanthenol, Urea, Sanddorn oder Aloe Vera pflegen, um die gestörte Schutzfunktion wiederherzustellen. Gerbstoffhaltige Mittel wirken leicht entzündungshemmend und stillen den Juckreiz. Die nässenden Ekzemstellen trocknen aus. So verhindern Sie, dass Bakterien oder Pilze die Stellen infizieren.

Kortison blockiert selbst heftige allergische Reaktionen der Haut 

Im Fall von stärkeren allergischen Reaktionen kommen Sie an verschreibungspflichtigen Glucocorticoiden, besser bekannt als Kortisone, doch nicht vorbei. Ihre Wirkstoffe unterdrücken die Abwehrreaktion des Körpers und hemmen die Entzündung in den betroffenen Regionen. Da sie gleichzeitig andere wichtige Abwehrprozesse des Körpers blockieren, sollten sie nicht länger als zwei Wochen eingenommen und die Einnahme schrittweise reduziert werden. Als Creme oder Salbe wirkt Kortison gut gegen Allergie-Symptome auf der Haut. Speziell die neueren Wirkstoffe haben auch länger angewendet keine negativen Begleiterscheinungen für die Patienten.

Anaphylaktischer Schock: Notfall-Set für Allergiker einpacken

Falls Sie bereits schwere allergische Reaktionen wie Atemnot, Schwindel, Kreislaufbeschwerden oder gar einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock erlitten haben, lassen Sie sich vom Arzt ein Notfall-Set zusammenstellen, das Sie immer bei sich tragen. Nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihnen nahestehende Personen sollten wissen, wie dieses Set im Ernstfall eingesetzt wird.

In der Regel enthält das Notfall-Set für Allergiker folgende Medikamente:

  • ein schnell wirkendes Antihistaminikum in Form von Tropfen oder Tabletten

  • ein Glukokortikoid/Kortisonpräparat als Zäpfchen oder Flüssigkeit

  • ein Adrenalin-Präparat, das mit einer Fertigspritze in den Oberschenkelmuskel injiziert wird und den Kreislauf stabilisiert.

Gegen Atembeschwerden und Asthma helfen bronchienerweiternde Inhalationssprays. Wenn die Beschwerden nicht abklingen und Kreislaufprobleme hinzukommen, sollten Sie sofort den Notarzt rufen – denn ein anaphylaktischer Schock kann im schlimmsten Fall tödlich ausgehen.