Therapie von Nahrungsmittelallergien

Lebensmittelallergie: Ursachen und Behandlung

Lebensmittelallergien sind Überreaktionen des Immunsystems auf bestimmte Nahrungsmittelproteine, die zur Produktion von lgE-Antikörpern (Immunglobuline der Klasse E) führen. Diese Reaktion bezeichnet man als Sensibilisierung.

Erdnüsse
Erdnüsse sind für viele Lebensmittelallergien verantwortlich.
Getty Images/iStockphoto

Die Ursachen von Lebensmittelallergien sind bislang nicht vollständig geklärt. Möglicherweise ist die Neigung zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems erblich bedingt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit spielen darüber hinaus Umweltfaktoren eine Rolle. So kann durch übertriebene Hygiene das Immunsystem nicht ausreichend reifen oder es wird möglicherweise fehlerhaft „programmiert“. Für diese These spricht, dass Kinder, die sich viel in Tierställen aufhalten, seltener an Allergien erkranken.

Kinder reagieren oft allergisch auf Kuhmilch, Hühnereier, Nüsse und Krustentiere

Lebensmittelallergien treten vor allem bei Babys und Kleinkindern auf. Aktuellen Studien zufolge erkranken etwa sechs von hundert Säuglingen und Kleinkindern. Besonders häufig betroffen sind Kinder mit Neurodermitis: Von ihnen reagieren 33 bis 50 Prozent überempfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel. Oft klingt die Allergie im Erwachsenenalter ab, sie kann aber auch dauerhaft bestehen bleiben.

Die häufigste Lebensmittelallergie ist die Kuhmilcheiweiß-, gefolgt von der Hühnereiweißallergie. Weitere Nahrungsmittel, auf die viele Kinder überempfindlich reagieren, sind Erdnüsse, Baumnüsse, Weizenmehl, Soja, Fisch, Schalentiere sowie Sesam.

Lebensmittelallergie kann lebensbedrohlich werden 

Die Beschwerden reichen von örtlich begrenzten Symptomen über milde Allgemeinreaktionen bis hin zum seltenen, potenziell lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Im Säuglings- und Kleinkindalter äußert sich eine Lebensmittelallergie in erster Linie als Hautausschlag. Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt, den Atemwegen oder dem Herzkreislaufsystem sind seltener als bei Erwachsenen. Abgeschlagenheit, Unruhe, Kopfschmerzen oder Müdigkeit sind weitere mögliche Symptome. Bei Kindern mit Neurodermitis kommt es neben einer Verschlechterung des Hautzustands häufig noch zu anderen Beschwerden.

Kreuzallergie bei Heuschnupfen: Pollen- und Nahrungsmittel-Allergene ähneln sich

Menschen mit Nahrungsmittelallergien leiden nicht selten zusätzlich an atopischer Dermatitis (Neurodermitis), allergischem Asthma und/oder Heuschnupfen. Hintergrund ist eine Veranlagung zu allergischen Reaktionen (Atopie), die von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden kann. Betroffen sind meist Pollenallergiker. Aufgrund von Kreuzreaktionen vertragen sie Lebensmittel nicht, deren Strukturen denen ihrer Allergie auslösenden Pollen ähnlich sind.

Nahrungsmittelallergien, die auf einer Überempfindlichkeit gegenüber Pollen basieren, äußern sich meist in einem Zungen- und Lippenbrennen, Schleimhautschwellungen, Halskratzen, Gaumenjucken und Schluckstörungen bis hin zur akuten Atemnot. Auch Ohrenschwellungen, Schnupfen, Nasenblockade und Augenjucken können auftreten. Da sich die Symptome in der Regel kurz nach dem Verzehr des entsprechenden Nahrungsmittels äußern, werden sie auch als orales Allergie-Syndrom (OAS) bezeichnet. Behandelt wird eine Kreuzallergie, genau wie der zugrunde liegende Heuschnupfen, mit einer Hyposensibilisierung.