Verstopfung

Was ist eine Obstipation?

Symptom einer Verstopfung ist eine Darmentleerung seltener als drei Mal pro Woche. Wissenswertes zur Behandlung und weiteren Symptomen, die auf Verstopfung schließen lassen.

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Jeder Fünfte ist betroffen: Verstopfungen können viele Beschwerden mit sich bringen.
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Die normale Häufigkeit einer Darmentleerung liegt im Bereich zwischen dreimal täglich bis einmal alle drei Tage. Es besteht daher kein Grund zur Sorge und es ist auch kein Abführmittel notwendig, wenn die Darmentleerung nur etwa dreimal wöchentlich erfolgt, solange keine Beschwerden wie z.B. Schmerzen oder Druckgefühl im Unterbauch oder Schwierigkeiten beim Stuhlgang (z.B. Notwendigkeit von starkem Pressen) auftreten. Erst bei folgenden Symptomen liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Verstopfung vor:

  • normale Darmentleerung seltener als 3-mal pro Woche bzw. Entleerung nur sehr kleiner Stuhlmengen täglich oder alle 2 Tage

  • Stuhlgang ist mit Schmerzen verbunden

  • Darm kann nur durch starkes Pressen entleert werden

  • Druckgefühl oder Blähungen im Unterbauch

  • Gefühl „nicht zu können“

Außerdem kann eine Verstopfung verbunden sein mit:

  • Übelkeit und Erbrechen

    • zum Test

      Sie haben das Gefühl, mit Ihrer Verdauung läuft es nicht richtig und fühlen sich unwohl? Machen Sie doch mal den Test!

    stärkeren Schmerzen

  • Blut im Stuhl

In diesen Fällen muss ein Arzt aufgesucht werden, da sich hinter den Symptomen eine schwerwiegende Erkrankung verbergen kann.

Behandlung von Verstopfung

Einer Verstopfung kann durch folgende Maßnahmen vorgebeugt werden

  • ballaststoffreiche Ernährung, Vermeiden von stopfenden Nahrungsmitteln (z.B. Kakao, Schokolade, Weißbrot, Bananen)

  • ausreichend trinken (2 bis 3 Liter pro Tag)

  • ausreichend Bewegung

  • Unterdrücken des Stuhlgangs vermeiden

Falls es trotzdem zur Verstopfung gekommen ist, lässt sich mit Hausmitteln oder rezeptfreien Medikamenten (Abführmitteln) Abhilfe schaffen. Abführmittel (Laxanzien) lassen sich nach ihrer Wirkungsweise einteilen in:

  • wasserbindende (osmotisch wirkende) Abführmittel

  • darmanregende (motilitätsfördernde) Abführmittel

  • pflanzliche Abführmittel

  • sonstige Abführmittel

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    Verstopfungen lässt sich mit einer ballaststoffreichen Ernährung gegensteuern. Die Fasern erhöhen das Volumen des Stuhls und erleichtern die Ausscheidung. Wir stellen die elf besten Ballaststoffquellen vor

Diese Abführmittel sind ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihre Einnahme (vor allem über einen längeren Zeitraum) völlig frei von Risiken wäre. Im Gegenteil: eine langerfristige unkontrollierte Einnahme von Abführmitteln kann mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein oder sogar zu einer Verschlimmerung der Verstopfung führen.

Verschiedene Ursachen für Verstopfungen

Es gibt zwei Arten von Verstopfungen: akute und chronische. Akute Verstopfungen treten plötzlich auf und sind von kurzer Dauer. Sie lassen sich meistens auch ohne ärztliche Hilfe gut behandeln. Die Gründe für länger andauernde (chronische) Verstopfungen lassen sich oft nicht so leicht herausfinden. Manchmal verbirgt sich dahinter eine schwerwiegende Erkrankung, daher muss in diesem Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Akute Verstopfung tritt plötzlich auf

Für plötzlich auftretende Verstopfungen (akute Obstipationen) kommen verschiedene Ursachen in Frage:

  • kurzfristige Ernährungsumstellungen (z.B. auf Reisen)

  • vorübergehende Änderung der Lebensumstände (z.B. Bettlägerigkeit nach einer Operation)

  • Hormonschwankungen (z.B. während der Schwangerschaft, in den Wechseljahren)

  • akute Erkrankung (z.B. fieberhafter Infekt)

  • Einnahme von Medikamenten

Medikamente, die häufig zu Verstopfung führen, sind z.B.:

  • einige starke Schmerzmittel (Opioide)

  • einige Hustenmittel (Antitussiva)

  • Mittel gegen Depressionen

  • Eisenpräparate

Mit chronischer Verstopfung zum Arzt gehen

Ursachen einer über mehrere Wochen andauernden Verstopfung (chronische Obstipation) können sein:

  • langfristige unausgewogene Ernährung (z.B. Ballaststoffarme Kost, geringe Flüssigkeitszufuhr)

  • Bewegungsmangel

  • häufigere Einnahme von Abführmitteln

  • Darmerkrankungen (z.B. Darmverschluss)

  • andere Erkrankungen (z.B. Schilddrüsen-Unterfunktion, Depression)

  • Hämorrhoiden oder Verletzungen im Afterbereich (aus Angst vor Schmerzen wird der Stuhlgang unterdrückt)

Essen und Trinken gegen Darmträgheit

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Letzte Aktualisierung: 09. Oktober 2014