Natürliche Abführmittel gegen Darmträgheit

Verstopfung: Rezeptfreie Medikamente

Was Sie bei Verstopfung einnehmen können

Die am häufigsten genutzten Medikamente gegen Verstopfung sind (natürliche) Abführmittel. Wir erklären Wirkung und Arten rezeptfreier Medikamente gegen Verstopfung.

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Fast immer rezeptfrei zu bekommen: Abführmittel gegen Verstopfungen.
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Gegen Verstopfung gibt es viele rezeptfreie Medikamente

Es gibt Abführmittel, deren Wirkung schon nach wenigen Stunden einsetzt und solche, die erst nach einigen Tagen wirken. Unterschiede bestehen auch in der Art der Anwendung.

Medikamente zur Beseitigung einer Verstopfung werden als Abführmittel (Laxanzien) bezeichnet. Fast alle Abführmittel sind rezeptfrei erhältlich. Bei einigen setzt die Wirkung schon nach wenigen Stunden ein, bei anderen erst nach einigen Tagen. Die meisten Abführmittel werden in Form von Tabletten, Kapseln, Pulver oder Tee eingenommen. Einige können auch als Zäpfchen oder Einlauf (Klistier) angewendet werden.

Kein Dauergebrauch von Abführmitteln!

Abführmittel sollten generell nicht über einen längeren Zeitraum ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Denn bei einigen Medikamenten führt die Einnahme über einen längeren Zeitraum zum Verlust von Salzen (Elektrolyten) im Körper. Dadurch wird der Darm träge und die Verstopfung schlimmer als vorher. Letztendlich kann dies zu einer Abhängigkeit von Abführmitteln (Laxanzienabusus) führen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Darmträgheit

Rezeptfrei Abführmittel lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

  • wasserbindende (osmotisch wirkende) Abführmittel
  • darmanregende (motilitätsfördernde) Abführmittel
  • pflanzliche Abführmittel
  • sonstige Abführmittel
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Wasserbindende Abführmittel (osmotisch wirksame Laxanzien)Diese Abführmittel werden vom Körper kaum aufgenommen, sondern verbleiben im Darm. Sie sind dort in der Lage, Wasser zu binden und zurückzuhalten. Der Darminhalt nimmt dadurch zu, durch den Druck auf die Darmwand wird der Stuhlgang ausgelöst. Man unterscheidet:

  • Salze (salinische Abführmittel)
  • Milchzucker und zuckerähnliche Abführmittel
  • Macrogole.

Zu den salinischen Abführmittel zählen:

  • Bittersalz (Magnesiumsulfat)
  • Glaubersalz (Natriumsulfat)
  • Natriumhydrogenphosphat und Natriumcitrat.
  • Die Salze werden in lauwarmem Wasser aufgelöst (1 bis 2 Teelöffel in ¼ Liter) und morgens nüchtern oder abends getrunken. Sie werden häufig zur Einleitung einer Fastenkur empfohlen. Bei Nierenerkrankungen dürfen sie nicht angewendet werden.
  • Natriumhydrogenphosphat und Natriumcitrat werden als Einläufe (Klistiere) angewendet. Zu den Zuckern/zuckerähnlichen Abführmitteln zählen:

Zu den Zuckern/zuckerähnlichen Abführmitteln zählen:

  • Lactose (Milchzucker)
  • Lactulose
  • Lactitol
  • Sorbit, Mannit

Der Wirkungseintritt kann individuell stark schwanken, er liegt meist zwischen 24 und 48 Stunden. Milchzucker kann mit anderen Speisen (z.B. Joghurt, Müsli) gemischt werden. Manchmal kommt es zu Blähungen.Macrogole eignen sich auch für die Langzeit-Anwendung. Sie werden häufig eingesetzt:

  • zur Behandlung einer Medikamenten-bedingten Verstopfung
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Darmanregende AbführmittelDiese Abführmittel sind synthetisch hergestellt und als Dragee oder Zäpfchen angewendet. Dazu zählen: Bisacodyl (Wirkungseintritt nach 6 bis 20 Stunden bei Einnahme als Dragee, nach 30 min bei Anwendung als Zäpfchen) Natriumpicosulfat (Wirkungseintritt nach 4 bis 6 Stunden)

Pflanzliche Abführmittel gegen Verstopfung

Pflanzliche Abführmittel wirken über verschiedene Mechanismen ebenfalls darmanregend. Dazu zählen:

  • Rizinusöl (Wirkungseintritt nach 2 bis 8 Stunden)
  • Inhaltsstoffe von Aloe, Sennesblättern, und -früchten, Faulbaumrinde (Wirkungseintritt nach 5 bis 10 Stunden

Rizinusöl ist eines der ältesten Abführmittel. Es sollte nur kurzfristig (nicht länger als 10 Tage) angewendet werden. Wegen seines unangenehmen Geschmacks ist es auch in Form von Kapseln erhältlich.

Sennesblätter und -früchte werden ebenfalls schon seit langem in der Volksmedizin angewendet. Sie können als Pflanzenteile (z.B. Sennesblättertee), aber auch als Granulat oder in Kapsel- bzw. Tablettenform eingenommen werden. Nach neuesten Erkenntnissen gilt eine längerfristige Einnahme als unbedenklich.

Zu den pflanzlichen Abführmitteln zählen auch Ballaststoffe (Quellstoffe) wie Leinsamen, Weizenkleie, Haferkleie oder Flohsamen, die häufig als Hausmittel bei Verstopfung eingesetzt werden.

Flohsamenschalen sind auch rezeptfrei als aromatisiertes Pulver (z.B. mit Orangengeschmack) erhältlich.

Sonstige Mittel gegen Verstopfung

Einige Abführmittel können in Form von Zäpfchen angewendet werden; sie wirken besonders schnell (meist nach 20 bis 30 Minuten).

  • Das Gleitmittel Glycerol wirkt erweichend auf den Darminhalt und ist daher besonders geeignet bei Verletzungen im Afterbereich (z.B. Analfissuren).
  • Bei Verabreichung des gasbildenden Wirkstoffs Natriumhydrogencarbonat als Zäpfchen kommt es im Darm zur Gasbildung und damit zur einem Dehnungsreiz auf die Darmwand, dadurch wird die Darmentleerung angeregt.

Das früher häufig als Abführmittel eingesetzte dickflüssige Paraffin wird nicht mehr empfohlen, da es zu viele unerwünschte Nebenwirkungen besitzt.

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