Babys sind nur selten verlaust

Kopf- und Hautläuse: Für Mutter und Kind

Kopfläuse treten vor allem bei Kindern ab dem Grundschulalter auf, oft aber schon früher. Mädchen sind wegen ihrer langen Haare häufiger betroffen als Jungen, bei Babys ist ein Befall eher selten.

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Wenn die Schule oder Kita einen Lausbefall meldet, sollten die Haare des Kindes sofort untersucht werden.
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In Deutschland kommen pro Jahr 600 bis tausend Neuinfektionen mit Kopfläusen auf 10.000 Kinder. Damit ist Kopflausbefall die häufigste parasitäre Erkrankung im Kindesalter und die häufigste ansteckende Krankheit nach der Erkältung. Erwachsene haben in Industrieländern normalerweise erst dann mit den Parasiten zu tun, wenn ihre Kinder sie aus der Schule oder aus dem Kindergarten mitbringen.

Schulen und Kitas fördern die Kopflaus-Verbreitung

In Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder – etwa Kindergarten, Schule, Hort sowie im Ferienlager oder Landschulheim – haben die Krabbeltiere besonders leichtes Spiel. Denn Kinder neigen dazu, die Köpfe zusammenzustecken, so dass die Parasiten leicht von einem Haarschopf zum nächsten wandern können. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen, weil sie in der Regel längere Haare haben. Bei einer Haarlänge unter zwei Zentimetern haben die Läuse Probleme mit der Eiablage.

Schwangere und Babys nicht mit chemischen Läusemitteln behandeln

Babys werden nur selten von Kopfläusen heimgesucht, weil sie noch keine beziehungsweise wenige Haare auf dem Kopf haben und häufig noch nicht über einen längeren Zeitraum mit vielen Kindern auf engem Raum untergebracht sind. Aber natürlich kann sich das Baby bei seinen älteren Geschwistern anstecken. Beim Befall von Säuglingen und Kleinkindern sollte der Arzt entscheiden, welches Mittel beziehungsweise welche Methode geeignet ist. Von der Anwendung chemischer Medikamente ist bei Babys auf jeden Fall abzuraten.

Auch Schwangere sollten die Kopflaus-Behandlung nicht auf eigene Faust mit Läusemitteln durchführen, sondern einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt für stillende Mütter – einige Medikamente erfordern eine Stillpause von mehreren Tagen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Schwangeren und stillenden Müttern, völlig auf Läusemittel zu verzichten und stattdessen ausschließlich die im „Hausmittel und Selbsthilfe“-Kapitel beschriebene Kämmtechnik anzuwenden.