Nissenkamm und Co.

Kopf- und Hautläuse: Hausmittel und Selbsthilfe

Besteht der Verdacht auf Kopflausbefall, sollten Sie die Kopfhaut Ihres Kindes sofort gründlich untersuchen und die nassen Haare Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm durchkämmen. Diese Methode erleichtert sowohl die Diagnose als auch die Behandlung.

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Mit dem Nissenkamm können selbst die winzigen Eier der Läuse aus dem Haar gekämmt werden.
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Beim Nissenkamm handelt es sich um einen speziellen Kamm aus Plastik oder Metall, dessen Zinken besonders eng zusammenstehen. Sie bekommen ihn in der Apotheke. Erleichtern lässt sich das Auskämmen der nassen Haare Ihres Kindes mit verdünnter Essigsäure (drei Esslöffel Essig auf einen Liter lauwarmem Wasser) oder einer Haarspülung.

Wenn Sie die Haare Strähne für Strähne durchkämmen, sehen Sie nicht nur Läuse, sondern zugleich die so genannten Nissen. Bei diesen kleinen, milchig-weißen bis transparenten, ovalen Gebilden handelt es sich um die Eier der Läuse. Im Gegensatz zu Schuppen oder Staubpartikeln fallen sie beim Kämmen nicht aus den Haaren, sondern kleben nahe der Kopfhaut am Haar. Bleiben sie in großer Zahl an den Zinken hängen, lautet die Diagnose eindeutig Kopflausbefall.

Das Auskämmen mit dem Nissenkamm empfiehlt sich sogar nach der Behandlung mit einem Läusemittel (siehe Kapitel „Rezeptfreie Medikamente gegen Kopfläuse“). Denn unabhängig davon, mit welcher Substanz Sie den Parasiten zu Leibe rücken: Um auszuschließen, dass auch nur eine einzige Laus oder Nisse die Behandlung überlebt hat, sollten Sie die Haare regelmäßig mit dem feinzinkigen Nissenkamm bürsten. Kontrollieren Sie die Kopfhaut bis zu zehn Tage nach der Behandlung immer wieder.

Aufwändig, aber effektiv: Behandlung ohne Läusemittel

Es gibt sogar die Möglichkeit, völlig auf Medikamente zu verzichten und die Parasiten nur mit dem Nissenkamm zu vertreiben. Das ist allerdings aufwändig, vor allem bei langen Haaren. Alle drei Tage müssen die Haare Strähne für Strähne ausgekämmt und mit einer Lupe Kopfhaut und Haare abgesucht werden. In der Regel dauert es mindestens vier Wochen, bis Sie keine Läuse mehr finden. Doch der Aufwand lohnt sich: Studien belegen, dass die rein mechanische Methode bei richtiger Kämmtechnik und geeignetem Läusekamm  wirksamer ist als der Einsatz von Insektiziden.

Wenn Sie sich für ein chemisches Läusemittel entscheiden, sollten Sie Ihrem Kind vorher die Haare waschen, da Fett im Haar die Wirkung herabsetzt. Spülen Sie die Haare anschließend mit lauwarmem Wasser aus und rubbeln Sie sie so trocken wie möglich, bevor Sie den Wirkstoff anwenden.

Auch Eltern können sich mit Läusen anstecken

Gerade, wenn Sie zum ersten Mal mit den Parasiten zu tun haben, kann es passieren, dass Sie den Kopflausbefall Ihres Kindes erst spät entdecken. Es können sich bereits andere Personen angesteckt haben, die Sie unbedingt informieren sollten. Wenn Sie viel mit Ihrem Kind kuscheln und/oder im selben Bett schlafen, sollten Sie auch Ihren eigenen Schopf kontrollieren – am besten vor einem Vergrößerungsspiegel.

Ratsam ist zudem, während der Behandlung auch die häusliche Umgebung zu „entlausen“. Je nachdem, wie lange sich die Parasiten auf der Kopfhaut Ihres Kindes tummeln, können auch Handtücher, Kleidung, Kissen und Decken befallen sein. Wechseln Sie Handtücher und Wäsche, waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad und legen Sie Bürsten und Kämme zehn Minuten lang in heißes Seifenwasser.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Kopfläuse gibt es nicht

Stofftiere und Wollsachen, die Sie nicht so heiß waschen können, sollten Sie mindestens drei Tage lang luftdicht in einem Plastiksack verschließen oder für 24 Stunden in die Gefriertruhe legen. Danach waschen Sie alles wie gewohnt. Auf Insektizid-Sprays oder Desinfektionsmittel sollten Sie verzichten.

Mit häufigem Haarewaschen können Sie einem Lausbefall nicht vorbeugen – im Gegenteil: Es gibt Hinweise darauf, dass sich die Parasiten auf frisch gewaschenen Köpfen besonders wohl fühlen. Auch durch heißes Föhnen und Sauna lassen sich Kopfläuse nicht vertreiben. Sinnvoll ist es jedoch, die Haare möglichst kurz zu schneiden. Das erleichtert sowohl die Entdeckung als auch die Behandlung der lästigen Läuse.