Laus-Alarm in Schule und Hort

Kopf- und Hautläuse: Ursachen und Behandlung

Wer Kinder hat, muss sich spätestens im Grundschulalter, oft schon früher, mit dem unangenehmen Thema Kopfläuse auseinandersetzen. Vor allem nach den Sommerferien suchen die Parasiten Kindergärten und Schulen heim.

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Meistens holen sich Kinder Läuse, wenn sie in der Schule zum Beispiel die Köpfe zusammenstecken.
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Die meisten Eltern reagieren entsetzt, wenn sie zum ersten Mal im Kindergarten oder Hort den Zettel „Wir haben Läuse“ an der Tür entdecken oder einen entsprechenden Info-Brief von der Schulleitung erhalten. Wer bislang glaubte, die kleinen Biester seien nur in Entwicklungsländern oder an Orten mit geringen Hygienestandards zu finden, wird spätestens nach der Einschulung des Sprösslings eines Besseren belehrt.

Ob auf dem Land oder in der Großstadt, im Arbeiterviertel oder im schicken Vorort – überall, wo viele Kinder zusammenkommen, sind Kopfläuse meist nicht weit. Entgegen der landläufigen Meinung haben die kleinen Tierchen deshalb nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Umso schwerer ist es, ihnen mit vorbeugenden Maßnahmen aus dem Weg zu gehen.

Kopfläuse ernähren sich vom menschlichen Blut

Kopfläuse sind Parasiten, die ausschließlich Menschen befallen. Alle drei bis sechs Stunden ritzen sie die oberste Schicht der Kopfhaut ein und saugen Blut aus der mikroskopisch kleinen Wunde. Gleichzeitig spritzen sie Speichel hinein, um die Blutgerinnung zu unterbinden. Da die Inhaltsstoffe des Läusespeichels vom menschlichen Immunsystem als fremd erkannt werden, reagiert die befallene Haut mit dem typischen Läuse-Symptom Juckreiz. Er tritt vor allem hinter den Ohren und am Nacken auf.

Vermehren können sich die Insekten nur auf der menschlichen Kopfhaut. Und das tun sie rasend schnell: Eine Kopflaus lebt etwa drei Wochen und kann in dieser Zeit bis zu 300 Eier, die so genannten Nissen, legen. Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen aus den Eiern Larven, die bereits nach einer weiteren Woche geschlechtsreif sind.

Kopfläuse sind hochansteckend

Kopfläuse sind unangenehm, aber harmlos: Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Kleiderläusen, übertragen sie keine Krankheiten. Hat sich Ihr Kind die kleinen Blutsauger eingefangen, müssen Sie es jedoch konsequent behandeln – damit es die Läuse schnell wieder loswird und keine weiteren Menschen damit ansteckt.

Läuse können zwar nicht springen wie Flöhe, zudem erfolgt die Ansteckung normalerweise nur über direkten Kopfkontakt. Dank ihrer hakenförmigen Krallen können sich die Tiere aber gut an den Haaren festhalten und daran fortbewegen. Daher ist die Übertragungsgefahr hoch – speziell bei Kindern, die häufig ihre Köpfe zusammenstecken oder die Mützen tauschen. Den Parasiten genügt schon ein kurzer Kontakt der Haare, um auf den nächsten Kopf zu wandern. Besonders wohl fühlen sie sich auf langen Haaren.