Kopflaus-Therapie erfolgt meist zu Hause

Kopf- und Hautläuse: Wann zum Arzt?

Ob sich Ihr Kind Kopfläuse eingefangen hat, merken Sie nicht zwangsläufig gleich. Denn nicht bei jedem Menschen führt das Speichelgift in der Wunde zu Juckreiz.

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Bevor Sie mit dem Kind gleich zum Arzt laufen, sollten Sie es erst einmal selbst auf Läuse untersuchen.

Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder sind verpflichtet, einen Lausbefall sofort zu melden und alle Eltern umgehend zu informieren. Wenn Sie eine „Läusewarnung“ erhalten, sollten Sie gleich überprüfen, ob Ihr Kind schon befallen ist. Die Untersuchung können Sie selbst durchführen – ein Arztbesuch ist in der Regel nicht notwendig.

Zwar sind Läuse anders als Flöhe schwer zu erkennen: Sie sind nur knapp drei Millimeter groß und schnell unterwegs. Aber der Arzt hat normalerweise Dringenderes zu tun, als Kinderköpfe abzusuchen. Zudem können selbst Fachleute eine Laus leicht übersehen. Nur wenn sich ihr Kind immer wieder kratzt, sie aber keine Anzeichen für einen Befall feststellen können, ist ein Arztbesuch zur Diagnose ratsam.

Ärztliche Kopflaus-Behandlung nur in Ausnahmefällen

Nicht nur die Diagnose von Kopfläusen, sondern auch ihre Behandlung erfolgt in der Regel in Eigenregie zu Hause. Der Gang zur Apotheke reicht normalerweise völlig aus, um Läusen den Kampf anzusagen. Ausnahmen bestehen bei Kindern unter drei Jahren sowie Schwangeren und stillenden Müttern. Hier sollte die Art der Behandlung mit dem Arzt abgesprochen werden. Mehr dazu finden Sie im Kopflaus-Kapitel „Für Mutter und Kind“ auf Yavivo.

Wenn sich Ihr Kind blutig kratzt oder sich durch das Kratzen bereits Hautstellen entzündet haben, empfiehlt es sich, zum Kinderarzt zu gehen. Und wenn Sie sich für ein verschreibungspflichtiges Läusemittel entschieden haben oder sich die Kosten für das Medikament von der Krankenkasse erstatten lassen möchten, müssen Sie einen Arzt aufsuchen, damit er ein entsprechendes Rezept ausstellt.

Manche Einrichtungen verlangen ein ärztliches Attest

Ob Sie ein ärztliches Attest benötigen, das Ihrem Kind die erfolgreiche Läusebehandlung bescheinigt, hängt von der jeweiligen Gemeinschaftseinrichtung ab – sei es Kindergarten, Schule oder Hort. Vor allem wenn ein Kind zum wiederholten Mal in kurzer Zeit von den Parasiten heimgesucht wird, bestehen viele Schul- und Kindergartenleitungen auf einem Attest.

Unterschiedlich handhaben es Einrichtungen häufig außerdem, ob der Arzt nur die erfolgreiche Bekämpfung der Läuse oder zusätzlich die der Nissen bescheinigen muss, damit das Kind nach der Behandlung wieder zur Schule oder in die Kita darf. In jedem Fall sind die Eltern aber verpflichtet, Erzieher beziehungsweise Lehrer unverzüglich über den Kopflausbefall zu informieren und schnell mit der Behandlung zu beginnen.