Chronische Hautentzündung

Neurodermitis

(Atopische Dermatitis)

Die Hauterkrankung Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) ist eine chronische Entzündung der Haut, die meist ärztliche Behandlung erfordert.

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Besonders wichtig bei Neurodermitis: Regelmäßige Hautpflege.
(c) Stockbyte

Obwohl die Beschwerden bei Neurodermitis  (Atopische Dermatitis) sehr vielfältig sein können, gibt es einige typische Merkmale der Erkrankung, anhand derer die Diagnose meist sicher gestellt werden kann:

  • trockene, schuppige und entzündliche Ekzeme, vor allem im Bereich der Ellen- und Kniebeugen
  • Juckreiz, der häufig dazu führt, dass diese Hautbereiche aufgekratzt werden, nässen oder bluten
  • dauerhafte (chronische ) Beschwerden oder in bestimmten Zeitabständen immer wiederkehrende (rezidivierende) Schübe der Erkrankung
  • Neurodermitis oder andere Erkrankungen (z.B. Heuschnupfen, allergisches Asthma) in der Familiengeschichte

Darüber hinaus können folgende Anzeichen und Symptome einer atopischen Dermatitis auftreten:

  • trockene, aufgesprungene Fingerkuppen und/oder Zehen
  • Hautrisse in den Mundwinkeln oder am Ohrläppchen-Ansatz
  • kleine juckende Knötchen auf der Haut
  • eine doppelte Unterlid-Falte
  • Verschlimmerung der Beschwerden durch Kleidungsstücke aus Wolle
  • Verstärkung des Juckreizes durch Schwitzen

Die Betroffenen sind durch den teilweise sehr starken Juckreiz und die Hauterscheinungen im Gesicht auch psychisch stark belastet.

Behandlung der Neurodermitis

Eine Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung und kann daher nicht geheilt werden. Es ist aber möglich, die Symptome soweit in den Griff zu bekommen, dass akute Schübe selten auftreten bzw. mit weniger starken Symptomen verlaufen. Die Behandlung der Neurodermitis richtet sich nach dem momentanen Hautbild. Man unterscheidet folgende drei Bereiche:

  • regelmäßige Pflege der trockenen Haut mit rezeptfreien Salben, Cremes, Lotionen und Ölbädern (Basistherapie)
  • ärztliche Behandlung mit rezeptpflichtigen Medikamenten bei akuten Beschwerden (Schubtherapie)
  • zusätzliche unterstützende Behandlungsmethoden
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Basistherapie hat große BedeutungAuch in beschwerdefreien Zeiten ist eine sanfte Reinigung und regelmäßige Pflege der trockenen Neurodermitiker-Haut von großer Bedeutung. Das bedeutet: es muss täglich gecremt werden, auch wenn die Haut in Ordnung ist. Die Auswahl der Pflegeprodukte richtet sich nicht nur nach dem jeweiligen Hautzustand, sondern auch nach der individuellen Verträglichkeit. Häufig ist nach einer gewissen Zeit der Wechsel auf ein anderes, besser verträgliches Pflegeprodukt notwendig. Bei vielen Neurodermitikern muss die Haut im Sommer anders gepflegt werden als im Winter.

Zur Reinigung der Haut sollten milde, pH-neutrale und rückfettende Produkte (pH-neutrale Waschlotionen, Duschöle, Ölbäder) eingesetzt werden. Die Hautpflege erfolgt mit fettreichen Salben und Lotionen. Häufig enthalten diese Pflegeprodukte noch zusätzlich Substanzen (wie z.B. Harnstoff) die in der Lage sind, besonders viel Feuchtigkeit in der Haut zu binden.

Ärztliche Behandlung im akuten Schub

Im akuten Schub werden zusätzlich zur Basistherapie rezeptpflichtige Präparate angewendet. Dazu zählen:

  • äußerlich anzuwendende Zubereitungen mit Wirkstoffen gegen Entzündungen
  • äußerlich anzuwendende Zubereitungen mit Wirkstoffen gegen den Juckreiz
  • Salben mit Antibiotika bei Infektionen der Haut
  • Wirkstoffe zum Einnehmen, falls die Beschwerden mit äußerlichen Darreichungsformen nicht ausreichend gelindert werden können

Zusätzliche unterstützende BehandlungsmethodenEinige Neurodermitiker erfahren durch zusätzliche alternative Behandlungsverfahren eine Linderung ihrer Beschwerden. Dazu zählen:

  • Bestrahlung der Haut (Phototherapie)
  • Pflanzliche Wirkstoffe zur äußeren oder inneren Anwendung
  • Homöopathie
  • Psychotherapie und Entspannungstechniken

Ursachen der Neurodermitis

Die Ursachen der Neurodermitis sind noch nicht endgültig geklärt. Man vermutet, dass Erbfaktoren eine große Rolle spielen. Dabei scheint eine Veranlagung vonseiten der Mutter eine größere Rolle zu spielen scheint als vonseiten des Vaters.

Auch Umweltfaktoren haben einen Einfluss. So ist beispielsweise das Erkrankungsrisiko in Städten höher als in Landgemeinden, bei Einzelkindern höher als bei Kindern mit vielen Geschwistern. Kinder, die im Kleinkindalter nur sehr wenige Infektionen durchmachen mussten, scheinen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für den Ausbruch der Erkrankung zu besitzen.

Als gesichert gilt, dass es verschiedene Faktoren (sogenannte Triggerfaktoren) gibt, die einen Schub der Erkrankung auslösen oder die Beschwerden verschlimmern können. Dazu zählen z.B.:

Daher ist es empfehlenswert, diese Auslöser zu meiden.

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