Neurodermitis: Bei Mutter und Kind?

Schon als Baby haben viele Neurodermitis

Neurodermitis tritt sehr häufig schon bei Kindern und Babies auf. Auch können die entzündlichen Hautveränderungen in späteren Lebensabschnitten und in der Schwangerschaft vorkommen.

Neurodermitis: Bei Mutter und Kind?
Schon als Baby haben viele Neurodermitis.
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Die ersten Anzeichen einer Neurodermitis zeigen sich oft bereits im Säuglingsalter. Für Kinder ist vor allem der starke Juckreiz ein großes Problem. Schwangere und Stillende können durch verschiedene Maßnahmen dazu beitragen, dass das Risiko für den Ausbruch der Erkrankung in den ersten Lebensjahren vermindert wird.

Neurodermitis bei Kindern

Erste Anzeichen im Säuglingsalter

Die ersten Anzeichen einer Neurodermitis zeigen sich in den meisten Fällen bereits im Säuglingsalter. Die Verteilung der Ekzeme verändert sich bei Kindern mit dem Alter. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind vorwiegend Wangen und Kinn, der behaarte Kopf, Handgelenke, der Körperstamm und die Streckseiten von Armen und Beinen betroffen

Bei älteren Kindern und Jugendlichen befinden sich die Ekzeme vor allem in den Beugeseiten der Gelenke (Ellen- und Kniebeugen), an Hand- und Fußgelenken und am Hals. Die Haut ist trocken, gerötet, schuppig und stark juckend. Es kommen nässende Areale und Bereiche mit Bläschen- bzw. Krustenbildung vor.

Besonderheiten der Behandlung bei Kindern

Bei Kindern gliedert sich die Behandlung der Neurodermitis wie bei Erwachsenen in drei Bereiche:

Besonders problematisch ist bei Kindern, dass sie sich die Ekzeme wegen des unerträglichen Juckreizes aufkratzen (vor allem nachts), was die Beschwerden verschlimmert. Gegen dieses Problem sind z.B. folgende Maßnahmen hilfreich:

  • ausschließlich Bekleidung aus Baumwolle oder Seide verwenden
  • Ärmel und Beine von Schlafanzügen zunähen
  • Finger- und Fußnägel kurz halten
  • spezielle Neurodermitis-Anzüge und -Handschuhe (aus der Apotheke) verwenden
  • nach dem Auftragen der Basispflege Schlauchverbände über die betroffenen Arme oder Beine ziehen

Auslöser herausfinden und meiden

Bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Kuhmilch, Fisch, Erdnüsse, Zitrusfrüchte, Hühnereiweiß) stehen im Verdacht, Schübe der Neurodermitis auszulösen oder zu verschlimmern werden. Bei Kindern wird jedoch von pauschalen Neurodermitis-Diäten abgeraten. Denn dann besteht die Gefahr einer Mangelversorgung mit wichtigen Nährstoffen. Empfehlenswert ist vielmehr das Führen eines Ernährungs-Tagebuchs über mehrere Wochen oder Monate, um problematische Nahrungsmittel zu identifizieren. Diese können dann gezielt aus dem Speiseplan gestrichen werden.

Auch weitere Faktoren (z.B. Pollen, Hausstaub) können bei Kindern das Hautbild verschlechtern und müssen nach und nach identifiziert werden, um sie möglichst meiden zu können.

Neurodermitis-Schulungsprogramme

Bewährt haben sich bei Kindern Neurodermitis-Therapie-Schulungsprogramme, bei denen die ganze Familie einbezogen wird. Sie werden von verschiedenen Kliniken in Deutschland angeboten. Ansprechpartner ist der behandelnde Arzt. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen

Neurodermitis in Schwangerschaft und Stillzeit

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Schwangere Neurodermitikerinnen befürchten häufig, dass auch ihr Kind die Veranlagung zu dieser Krankheit geerbt haben könnte. Zu Recht, denn Neurodermitis ist in etwa 80 Prozent der Fälle erblich bedingt. Dabei scheint eine Veranlagung vonseiten der Mutter eine größere Rolle zu spielen scheint als vonseiten des Vaters. Durch bestimmte Maßnahmen in Schwangerschaft und Stillzeit kann das Risiko, dass das Kind in seinen ersten Lebensjahren eine Neurodermitis entwickelt, verringert werden. Dazu zählen vor allem:

  • in Absprache mit dem Arzt allergenarme Ernährung in der Schwangerschaft (keine Diät, da sonst wichtige Nährstoffe fehlen!)
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin (auch Passivrauchen) in Schwangerschaft und Stillzeit
  • ausschließliches Stillen über 4 bis 6 Monate
  • falls nicht gestillt werden kann, Füttern von hypoallergener Säuglingsnahrung (HA-Nahrung)
  • nicht vor dem 4. Monat mit der Beikost beginnen
  • Einnahme von schützenden Mikroorganismen (Lactobacillus GG)
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