Nicht immer harmlos

Trockenes Auge

Sie finden Informationen zum Thema trockenes Auge (Sicca - Syndrom). Trockene Augen können verschiedende Ursachen haben.

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10 Millonen Menschen in Deutschland klagen über trockene Augen.
Getty Images/Brand X

Trockenes Auge entsteht dann, wenn nicht genügend Tränenflüssigkeit produziert wird oder ihre Zusammensetzung gestört ist. Dies führt dazu, dass der Tränenfilm auf der Augenoberfläche zu früh (das heisst vor dem nächsten Lidschlag) aufreißt, es entstehen „trockene Stellen“. Als Folge davon können die Augenlider beim Lidschlag nicht mehr problemlos über die Augen gleiten. Sie „kratzen“ über die Augenoberfläche, was nicht nur zu unangenehmen Empfindungen führt, sondern auch Entzündungen und Infektionen begünstigen und zu Schäden an der äußeren Schicht der Augenoberfläche, der Hornhaut, führen kann.

Die häufigsten Beschwerden bei Trockenem Auge sind:

  • Juckreiz
  • Augenbrennen
  • Augenschmerzen, -drücken
  • Fremdkörpergefühl („Sandkorngefühl“)
  • Lidschlag wird als unangenehm empfunden
  • gerötete Bindehaut
  • verklebte Augenlider nach dem Aufwachen
  • übermäßiges Tränen der Augen
  • müde Augen
  • Lichtempfindlichkeit

Behandlung des trockenen Auges

Die häufigste Behandlungsmethode ist die Anwendung von Topfen, Gelen oder Salben am Auge. Damit wird entweder die unzureichende Tränenflüssigkeit ersetzt („künstliche Tränen“) oder die Konsistenz des Tränenfilms verbessert. Die Zubereitungen werden bei Bedarf mehrmals täglich in den Bindehautsack getropft. Das Ziel der Therapie ist eine bessere Benetzung der Augenoberfläche und dadurch eine Linderung der Symptome. Meist sind Zubereitungen zur Behandlung des Trockenen Auges von dickflüssiger (visköser) Konsistenz, damit sie möglichst lange auf der Augenoberfläche verbleiben. Der Nachteil ist, dass das Sehvermögen kurz nach der Anwendung manchmal eingeschränkt sein kann (verschwommenes Sehen).Besonders empfehlenswert sind konservierungsmittelfreie Zubereitungen. Denn Konservierungsmittel wie z.B. das häufig verwendete Benzalkoniumchlorid können die Hornhaut des Auges schädigen und die Zusammensetzung des Tränenfilms negativ beeinflussen. Bei sehr starkem Mangel an Tränenflüssigkeit kann vom Arzt eine Verödung der Tränenpünktchen (das sind die Abflusstellen der Tränenflüssigkeit) oder ein Verschluss derselben mithilfe kleiner Silikonplomben (punctum plugs) in Erwägung gezogen werden.

Ursachen des trockenen Auges

Für das Zustandekommen des Trockenen Auges sind innere und äußere Ursachen verantwortlich. Zu den äußeren Faktoren zählen Lebens- und Arbeitsbedingungen wie z.B.:

  • langer Aufenthalt in Räumen mit Klimaanlage
  • Zugluft oder überheizte Räume (geringe Luftfeuchtigkeit)
  • Gebläse im Auto
  • Ozon (auch aus Kopiergeräten, Druckern)
  • Zigarettenrauch
  • lang andauernde und konzentrierte Bildschirmarbeit (durch zu geringe Lidschlag-Frequenz („Zwinkern“)verdunstet der Tränenfilm stärker)
  • unzureichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes
  • Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
  • unzureichende Brille
  • Konservierungsmittel (z.B. Benzalkoniumchlorid) in Augentropfen, die gegen andere Augenerkrankungen angewendet werden (z.B. gegen Glaukom) Zu den inneren Faktoren zählen z.B.:

Zu den inneren Faktoren zählen z.B.:

  • altersbedingte Veränderungen der Schleimhäute
  • hormonell bedingte Veränderungen der Tränenflüssigkeit in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
  • Erkrankungen der Tränendrüsen (z.B. Entzündungen)
  • Verengungen (Stenosen) in den abführenden Tränenwegen
  • unzureichender Schlaf
  • Vitamin A-Mangel
  • bestimmte Erkrankungen, die mit einer verminderten Produktion von Tränenflüssigkeit einhergehen (Parkinson-Krankheit, Rheuma, Neurodermitis, Diabetes, Erkrankungen der Schilddrüse)
  • Sjörgen-Syndrom (eine Erkrankung des Immunsystems, die zusätzlich mit Mundtrockenheit verbunden ist)
  • Fehlstellungen der Augenlider Darüber hinaus können zahlreiche Medikamente zu einer verminderten Tränenproduktion führen. Dazu zählen:

Darüber hinaus können zahlreiche Medikamente zu einer verminderten Tränenproduktion führen. Dazu zählen:

  • orale Kontrazeptiva („Pille“)
  • Mittel gegen hohen Blutdruck (Betablocker)
  • Mittel gegen Allergien (Antihistaminika)
  • Augentropfen gegen gerötete Augen („Weißmacher“)
  • Beruhigungsmittel
  • Antidepressiva
  • harntreibende Mittel
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