Künstliche Tränen

Trockenes Auge: Rezeptfreie Medikamente

Beschwerden des trockenen Auges können durch Augentropfen, sogenannte künstliche Tränen oder Filmbildner gemildert werden.

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Augentropfen wirken auf verschiedene Arten.

Die Beschwerden beim Trockenen Auge können durch äußerlich anzuwendende Mittel (Augentropfen) gemildert werden. Diese werden auch als „künstliche Tränen“, Tränenersatzmittel oder Filmbildner bezeichnet.

Allgemeine Anwendungshinweise für Filmbildner (künstliche Tränen)

  • Künstliche Tränen werden bei Bedarf mehrmals täglich (bis zu 8-mal) in die Augen eingetropft.
  • Um eine Verunreinigung und Verkeimung der Zubereitungen zu vermeiden, sollte beim Eintropfen die Spitze der Tropfflasche nicht mit dem Auge in Berührung kommen.
  • Bei Medikamenten in Einzeldosis-Behältnisse muss eine Restmenge 12 Stunden nach Anbruch entsorgt werden.
  • Künstliche Tränen sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie bei dieser Temperatur zu zähflüssig werden und sich dann nicht mehr gut tropfen lassen.
  • Falls noch andere Augentropfen angewendet werden müssen, sollten die künstlichen Tränen mindestens 5 Minuten nach diesen eingetropft werden.
  • Träger harter Kontaktlinsen können die künstlichen Tränen als Benetzungslösung einsetzen. Weiche Kontaktlinsen müssen vor der Anwendung eines Filmbildners entfernt und frühestens eine Viertelstunde danach wieder eingesetzt werden. Bei manchen Wirkstoffen dürfen Kontaktlinsen während der Behandlung nicht getragen werden, da sie die Linsen verfärben würden.
  • Wenn nach dem Eintropfen verschwommenes Sehen auftritt, so dürfen in dieser Zeit keine Fahrzeuge gelenkt, keine Maschinen bedient oder sonstige Tätigkeiten verrichtet werden, bei denen sicherer Halt erforderlich ist.

Augentropfen mit Filmbildnern

Bei den künstlichen Tränen handelt es sich um zähflüssige (visköse) Flüssigkeiten, die isotonisch sind, d.h. die gleiche Salzkonzentration wie die Tränenflüssigkeit besitzen. Sie dienen zum Ersatz eines unzureichenden Tränenfilms (daher auch die Bezeichnung Filmbildner) und müssen daher regelmäßig angewendet werden.

Zu den Filmbildnern zählen:

  • Carbomer
  • Carmellose
  • Hypromellose
  • Hyaluronsäure
  • Polyvinylalkohol
  • Povidon

Die verschiedenen Zubereitungen unterscheiden sich in ihrer Verweilzeit im Auge. Bei einigen Wirkstoffen (z.B. Polyvinylalkohol) ist diese sehr kurz was bedeutet, dass schon nach relativ kurzer Zeit nachgetropft werden muss. Länger haften bleiben z.B. die Substanzen Povidon, Hypromellose und Carbomer. Hier kann gelegentlich kurz nach der Anwendung das Sehvermögen beeinträchtigt sein (verschwommenes Sehen).

Augentropfen mit Vitamin A

Die Hornhaut des Auges benötigt Vitamin A und nimmt dieses aus der Tränenflüssigkeit auf. Ein Vitamin A-Mangel (der heute nur noch selten vorkommt) kann Symptome eines trockenen Auges hervorrufen. Vitamin A kann durch Augentropfen, aber auch mit Präparaten zum Einnehmen verabreicht werden.

Kombinations-Präparate

Rezeptfreie Kombinations-Präparate zur Behandlung des Trockenen Auges bestehen aus:

  • zwei Filmbildnern
  • einen Filmbildner und einer weiteren Wirkstoff

Zu den Wirkstoffen in diesen Kombinationspräparaten zählt neben Vitamin A auch Dexpanthenol, das die Heilung von leichten Verletzungen auf der Augenoberfläche unterstützt.

Weitere Wirkstoffe zur Behandlung des Trockenen Auges

Weitere Wirkstoffe, die (teils kombiniert) zur Behandlung des Trockenen Auges eingesetzt werden, sind:

  • Wirkstoff aus Tamarindensamen
  • weißes Vaselin
  • dünnflüssiges Paraffin
  • Glyzerin
  • Sojalecithin (zur Anwendung auf den geschlossenen Augenlidern)

Ungeeignete Wirkstoffe gegen Trockenes Auge

Das Symptom des Trockenen Auges kann mit Rötungen der Augen-Bindehaut verbunden sein. Diese entstehen weil die Bindehaut versucht, den Nährstoffmangel auf der Hornhaut des Auges auszugleichen, der durch einen unzureichenden Tränenfilm entsteht.Rezeptfreie Augentropfen mit Wirkstoffen wie Xylometazolin, Tetryzolin oder Tramazolin können diese Augenrötung beseitigen, sie werden daher auch als „Weißmacher“ bezeichnet. Zur Behandlung eines trockenen Auges dürfen sie jedoch nicht längere Zeit eingesetzt werden, da sie Bestandteile des Tränenfilms zerstören würden und eine schädliche Wirkung auf die Bindehaut haben.

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