Systole und Diastole

Bluthochdruck: Basiswissen

Bluthochdruck selbst ist zwar nicht gefährlich, er kann aber lebensbedrohliche Folgeschäden verursachen. Laut einer Studie über die Verbreitung und die Ursachen der weltweit wichtigsten Krankheiten („Global Burden Disease Study“) belegt erhöhter Blutdruck bei den Todesursachen weltweit den dritten Platz.

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Ab einem Blutdruck von 140/90 spricht man von Bluthochdruck oder arterieller Hypertonie.
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In Deutschland ist die arterielle Hypertonie besonders verbreitet. Schätzungen zufolge gibt es derzeit rund 35 Millionen Bundesbürger, die unter Bluthochdruck leiden. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter: Unter den über 60-Jährigen weist nur noch jeder Vierte normale Werte auf. Aber auch bei immer mehr jüngeren Deutschen ist der Druck in den Gefäßen zu hoch. So sind in der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen bereits jeder vierte Mann und jede zehnte Frau betroffen. 

Grundlagen: Systolischer und diastolischer Druck

Wenn der Blutdruck die Werte 140/90 mmHg (1 mmHg entspricht 9,9913 bar) übersteigt, gilt er als erhöht. Der Wert vor dem Schrägstrich ("oberer" Blutdruckwert) gibt den systolischen Druck an. Dieser entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Gefäße pumpt. Der niedrigere (zweite oder "untere") Wert zeigt den diastolischen Druck an. Er wird gemessen, wenn das Herz wieder erschlafft.

Beim gesunden Menschen passt sich der Blutdruck je nach Situation durch eine erhöhte Herzleistung an. Auch durch die Verengung beziehungsweise Erweiterung der Schlagadern kann der Körper die Durchblutung sicherstellen. Zum Beispiel steigt der Druck bei körperlicher Anstrengung oder seelischer Belastung. Mit zunehmendem Alter unterliegt er häufigeren Schwankungen. Das liegt vor allem an der nachlassenden Elastizität und der fortschreitenden Verkalkung der Arterien.

Wie kommt es zu Bluthochduck?

In neun von zehn Fällen kommt erhöhter Blutdruck als essenzielle (primäre) Hypertonie vor. Das bedeutet, dass er nicht durch andere Krankheiten – etwa der Nieren oder der Schilddrüse -  oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente verursacht wurde (sekundäre Hypertonie). Die Ursachen der primären Hypertonie sind nach wie vor nicht vollständig geklärt. Als weitgehend sicher gilt aber, dass neben einer erblich bedingten Neigung bestimmte Risikofaktoren die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen. Hierzu zählen Übergewicht, Diabetes, Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel und Stress.

Einzeln führen diese Gewohnheiten zwar nicht zwangsläufig zu einem erhöhten Druck. Klar ist aber auch: Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto wahrscheinlicher ist eine Erkrankung beziehungsweise eine Verstärkung der bestehenden Symptome. Denn das Immunsystem setzt sich gegen eine ungesunde Lebensweise zur Wehr. Bei Stress zum Beispiel begibt sich der Körper in den „Verteidigungsmodus“: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Das führt dazu, dass die Nieren mehr von dem Enzym Renin herstellen. Das wiederum kurbelt die Produktion von Angiotensin II an - einem Gewebshormon, das den Blutdruck weiter in die Höhe treibt.

Bluthochdruck wird oft zu spät erkannt

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Typische Beschwerden bei erhöhtem Blutdruck sind Kopfschmerzen, Herzklopfen oder –stolpern, Kurzatmigkeit bei Belastung sowie Nervosität und Schlafstörungen. Allerdings treten diese Beschwerden oft erst nach Jahren, manchmal sogar erst nach Jahrzehnten auf. Die Hypertonie bleibt dadurch lange unerkannt und unbehandelt - mit fatalen Folgen: Der Druck ist in der Zwischenzeit weiter angestiegen und hat unter Umständen bereits das Herz geschädigt. Hypertonie-Kranke erleiden daher besonders häufig einen Herzinfarkt.

Wird der Bluthochdruck nicht behandelt, verengen sich zudem die Gefäße und verkalken. Die natürliche Alterung der Blutbahnen setzt früher und stärker ein und führt zu einer schlechteren Durchblutung. Dem durchströmenden Blut wird also mehr Widerstand entgegengesetzt, was wiederum den Druck erhöht – ein Teufelskreis. Hypertonie begünstigt zudem das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Auch Nierenversagen und Netzhauterkrankungen haben oft mit zu hohem Blutdruck zu tun.

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