In Schwangerschaft und Kindheit

Bluthochdruck bei Mutter und Kind

Bluthochdruck (Hypertonie) in der Schwangerschaft kann mehrere Ursachen haben. Entweder bestand er schon vorher. Oder er hat sich in der Schwangerschaft entwickelt, meistens nach der 20. Woche oder im letzten Drittel. Eine in der Schwangerschaft entstandene Hypertonie klingt meistens einige Wochen nach der Entbindung wieder ab.

Mutter mit Frühchen
Ein in der Schwangerschaft entstandener Bluthochdruck klingt meistens einige Wochen nach der Entbindung wieder ab.
© istock.com/CaseyHillPhoto

Als leichter bis mittelschwerer Schwangerschaftshochdruck gelten Blutdruckwerte zwischen 140 bis 159 mmHg (systolisch) oder von 90 bis 109 mmHg diastolisch. In diesem Fall sollten Schwangere körperliche Anstrengungen vermeiden. Alles, was darüber liegt, wird als schwerwiegend eingestuft. Ab 160 / 100 ist eine Therapie in einer Klinik angezeigt. Hier lässt sich der Gesundheitszustand von Mutter und Kind genau abklären und beurteilen, ob eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist. Wenn möglich, wird ein zu hoher Druck behutsam gesenkt, um die Durchblutung der Plazenta nicht zu gefährden. Unter Umständen ist eine vorzeitige Entbindung die einzige Möglichkeit, um Mutter und Kind vor Komplikationen in Verbindung mit dem Bluthochdruck zu schützen.

Präeklampsie

Bei der Präeklampsie führen von der Plazenta freigesetzte Stoffe zu Gefäßverengungen und in der Folge zu erhöhten Blutdruckwerten. Zudem geht über die Nieren viel Eiweiß verloren. Eventuell lagert die Schwangere Wasser ein (Ödeme), es kommt zu Schwellungen an Beinen, Händen und im Gesicht. Auch Störungen der inneren Organe, der Augen und des Gehirns können durch eine Präeklampsie entstehen.

Erstgebärende Frauen haben ein höheres Präeklampsie-Risiko als Frauen, die schon einmal entbunden haben. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft und familiäre Belastungen können sie begünstigen. Gefährdet sind zudem Frauen, die mit über 40 Jahren zum ersten Mal schwanger sind, Diabetikerinnen sowie Über- und Untergewichtige. Bestehen Präeklampsie-Risikofaktoren, misst der Frauenarzt die Eiweißausscheidung im Urin über 24 Stunden. Zu empfehlen ist zudem ein Doppler-Ultraschall in der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche.

Bluthochdruck bei Kindern

Auch immer mehr Kinder leiden unter Hypertonie. Nach Angaben des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte sind bereits vier Prozent der Vorschulkinder und zehn Prozent der Schüler betroffen. Grundsätzlich steigt der Blutdruck bei Kindern mit zunehmendem Alter an.

  • So liegt bei einem Säugling bis zu einem Jahr Bluthochdruck dann vor, wenn der systolische Wert, also die erste Zahl, 120 mmHg überschreitet.
  • Im Alter zwischen zwei und fünf Jahren sollte der systolische Druck nicht höher als 125, bei Sechs- bis Elfjährigen nicht höher als 135,
  • und bei 12-Jährigen nicht höher als 140 sein. 

Eine Hypertonie kann bei Kindern zu Nierenschädigungen führen, sogar zu Schlaganfall und schweren Herzerkrankungen. Erste Anzeichen für Hypertonie bei Kindern sind Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen und Schwindelgefühle.

Bei Kindern unter zehn Jahren ist Bluthochdruck in der Regel organisch, meist durch eine Nierenerkrankung, bedingt. Bei Jugendlichen handelt es sich dagegen mehrheitlich um eine primäre (essenzielle) Hypertonie, die durch auch für Erwachsene geltenden Risiko-Faktoren – Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol, Rauchen, Stress – begünstigt wird.

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