Hypertonie mit Arzneimitteln in den Griff bekommen

Bluthochdruck: Medikamente

Ist der erhöhte Blutdruck trotz weitgehender Vermeidung der Risikofaktoren über Monate hinweg nicht zurückgegangen, hilft nur eine medikamentöse Behandlung. Auch bei von Anfang an sehr hohen Druckwerten verschreibt der Arzt in der Regel blutdrucksenkende Medikamente, um keine Folgeschäden zu riskieren.

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Es gibt eine große Anzahl an Blutdrucksenkern, am bekanntesten sind Betablocker.
iStock.com/Michael Wiacek

Es gibt verschiedene Arten von Blutdrucksenkern, die einzeln oder kombiniert verabreicht werden.

Betablocker

Die wichtigsten Blutdrucksenker sind Betablocker. Sie schützen den Körper vor der Wirkung der „Stresshormone“ Adrenalin und Noradrenalin. Zu diesem Zweck blockieren sie die entsprechenden Zellrezeptoren. Betablocker wie Carvediol und Nebivodol wirken zudem gefäßerweiternd. Vor allem nach einem Herzinfarkt  ist ihr Nutzen eindeutig bewiesen.

Auch bei einem so genannten Hochdruckherz, also einer verdickten und/oder vergrößerten Herzkammer, einem überaktiven Sympathikus, einer Herzgefäßerkrankung oder Herzschwäche ist die regelmäßige Einnahme eines Betablockers zu empfehlen.

Allerdings sollten Sie Betablocker auf keinen Fall einnehmen, wenn Sie unter Bronchialasthma, schweren Lungenkrankheiten oder einem sehr langsamen Herzschlag leiden. Auch für Diabetiker, Patienten mit einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom (Atemstillstände während des Schlafs), Depressionen oder Erektionsstörungen leiden, sollten auf  andere Blutdrucksenker ausweichen.

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Lifeline/Wochit

Diuretika

Ein Diuretikum ist ein Wirkstoff, der das Ausschwemmen von Wasser aus dem Körper fördert, also harntreibend wirkt. Damit eignen sie sich vor allem für Patienten mit Herz- oder Nierenschwäche. Je nach Einsatzort und Wirkungsweise unterscheidet man Thiaziddiuretika, Schleifendiuretika und Kaliumsparende Diuretika. Diuretika sind im Allgemeinen gut verträglich und werden auch als Doping-Mittel verwendet. Bei der Therapie von erhöhtem Blutdruck eignen sie sich besonders gut in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern.

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Kalziumantagonisten

Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (DHP) bremsen das Einströmen von Kalzium in die Zellen, dadurch entspannen sich die Herzgefäßwände und –muskeln, was wiederum für einen geringeren Widerstand in den Gefäßen sorgt. Die Einnahme von DHP kann vorübergehend zu einem erhöhten Puls führen, auch Wassereinlagerungen in den Beinen (Ödeme) sind mögliche Nebenwirkungen.

Wie alle Kalziumantagonisten wirken DHP gefäßerweiternd, können daher auch Schwindel, Kopfschmerzen und Gesichtsrötungen bewirken. Nicht angezeigt ist die Einnahme bei Patienten, die vor weniger als sechs Wochen einen Herzinfarkt erlitten haben, sowie bei Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Auch für Schwangere sind Kalziumantagonisten wegen der möglichen Nebenwirkungen nicht geeignet.

ACE-Hemmer, AT-1-Rezeptorantangonisten, Aliskiren

ACE-Hemmer, AT-1-Rezeptorantangonisten, Aliskiren senken den Blutdruck, indem sie das für die Blutdruckregulation verantwortliche Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) dämpfen, das in verschiedenen Organen des menschlichen Körpers vorkommt. ACE-Hemmer wie Captopril, Enalapril und Lisinopril hemmen das Angiotensin-konvertierende Enzym, was zu einer Reduzierung des blutdruckerhöhenden Stoffs Angiotensin II führt.  Vor allem in Kombination mit Diuretika und Kalziumantagonisten helfen sie, de Blutdruck dauerhaft zu senken. AT-1-Rezeptorantangonisten sind eine Weiterentwicklung des ACE-Hemmers, die bei diesem häufigste Nebenwirkung – der trockene Reizhusten – tritt jedoch wesentlich seltener auf.

Generell sind AT-1-Rezeptorantangonisten sehr gut verträglich, allerdings auch deutlich teurer als ACE-Hemmer. Auch Aliskiren wirkt, indem es in das körpereigene RAAS eingreift. Zur Senkung des Blutdrucks wird Aliskiren oft in Kombination mit Diuretika und ACE-Hemmern eingesetzt. Häufigste Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, vor allem Durchfall. In der Schwangerschaft ist die Einnahme von Aliskiren absolut kontraindiziert, weil Aliskiren den Embryo schädigen kann.

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